Zwei erste Preise und einen zweiten Preis vergab die Jury des von der Gasversorgung Süddeutschland Stuttgart ausgelobten Camillo-Michele-Gloria-Preis – GVS-Förderung Junge Künstler. Die Erstplatzierten Kerstin Dollhopf, Studentin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und Robert Matthes, Student an der Staatlichen Akademie in Stuttgart erhalten je 4500 Euro. Waldemar Zimbelmann, ebenfalls Student an der Akademie in Karlsruhe erhält den mit 3000 Euro dotierten zweiten Preis. Mehr…
Es ist die Frage nach der Henne und dem Ei – was war zuerst da? Ist die Kunst aus den Religionen hervorgegangen, um deren Geisteswelt zu illustrieren und so den Frommen mittels einer Bilderwelt das Glauben zu erleichtern. Oder bildhauerten und malten unsere frühen Vorfahren einfach drauf los und differenzierte sich diese kultische Bilderwelt später zu Religionen aus? Die sonnendeck-Redakteure Hansjörg Fröhlich und Michael Reuter wandten sich in ihrer Ahnungslosigkeit an einen der es wissen muss: Helmut A. Müller ist Pfarrer am Hospitalhof und Prediger in der Hospitalkirche in Stuttgart und kuratiert dort seit 1987 Kunstaustellungen im sakralen Gemäuer. Mehr…
In der Schatzkammer der Großen Landesausstellung Eiszeit – Kunst und Kultur gibt es pralle Weiblichkeit zu bestaunen. Die „Venusfiguren“ zeigen das Wesentliche – Titten und Ärsche in dionysischer Fülle. Unsere Abbildung zeigt die Venus vom Hohle Fels, die älteste bislang bekannte Menschenfigur der Welt und eventuell das erste Kunstwerk überhaupt. Die gerademal sechs Zentimeter hohe Skulptur zeigt, dass der frühe Mensch in Sachen Kreativität noch wenig Selbstbewusstsein entwickelt hatte und es mit der Anbetung des Jenseitigen auch noch nicht so weit her gewesen sein konnte, denn wahre Vergötterung beginnt, wie wir heute wissen, jenseits der 170-Zentimetermarke. Der kleine Wurmfortsatz über den Zehn-Punkte-Brüsten ist übrigens kein Kopf, verweist also nicht auf eine cerebrale Unterbelichtung der Frau und damit auf einen eiszeitlichen Chauvinismus, sondern eine Öse, um die kleine Statuette, zumindest zeitweise, bei sich zu tragen. Männliche Statuetten wurden dagegen kaum gefunden, hier und dort mal ein Phallus aus Stein, aber welcher Eiszeitler hängt sich schon einen Schwanz um den Hals, wenn sowieso ständig einer an ihm herunter baumelt. Mehr…
Die Webseite zum Absturz des Air France Flight 447 ist immer wieder eine dankbare Lektüre. So berichtete sie vom absurden Schicksal der Johanna Ganthaler, die glücklicherweise den Flug verpasst hat, aber ein paar Tage später von einem Truck überfahren wurde. Interessant auch die Kommentare zum Bericht, die teilweise auf ein doch recht fatalistisches Bild des Menschenlebens und seiner Bestimmung schließen lassen.
An den Anfang hätten sie gehört, die beiden Werke von Philipp Haager, in denen Isabell Schenk-Weininger von der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen die kosmische Ursuppe schwappen sieht, die Gähnung grundlos und das archaische Nichts.
Aber auch der Beginn göttlichen Gestaltungswillens lässt sich in Haagers Tuschmalerei beobachten, denn nach einigem Hinsehen schälen sich rötliche Farbwolken aus dem schwärzlichen Wabern. Es ist, als ob sich die Schöpfung vollzieht, je länger man die Bilder betrachtet. Mehr…
Wir leben in einer Gesellschaft von freien Sklaven, temporäre Unterdrückung ist der Motor der Konsumindustrie. 30 Prozent der Deutschen wollen die Mauer zurück, nur diesmal andersherum, damit die schönen Graffiti von Osten aus bestaunt werden können. Soweit wird es nicht kommen, der Wiederaufbau der deutsch-deutschen Grenze, so haben Experten des Satire-Magazins kürzlich berechnet, würde den Etat des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer, um ein Vielfaches sprengen. Doch die Mauer in unseren Köpfen kann uns niemand nehmen. Mehr…
Der Begriff „sakral“ umfasst ein Wortfeld, das von „heilig“ über „geweiht“ bis „gesegnet“ reicht. Kunst lässt sich als sakral bezeichnen, insofern sie von metaphysischen Grundannahmen ausgehend durch kollektives Handeln entsteht. Aus Sicht der mimetischen Theorie ist daher der Ursprung aller europäischen Kunst sakral, weil er in solchen Zeremonien liegt. Die Frühlingsfeste zu Ehren des Gottes Dionysios, die seit dem 6. Jh. v.u.Z. in Athen veranstaltet wurden, gaben Anlass zur Erfindung des Schauspiels und dieses wiederum gilt als Ursprung von Literatur, Musik, darstellender und bildender Kunst: Im dionysischen Kult vollzog die im gemeinsamen Glauben verbundene Gruppe Tod und Wiedergeburt des Gottes der Fruchtbarkeit nach, um so die Wiederholung des Jahreskreislaufs anzuregen. Mehr…
Titel des unschlagbaren Romans von Tom Robbins zum Thema Pan, vulgo Dionysos (1984). [↩]
Wegen zweier entführter Tanklaster aus dem Amt zu fliegen ist schon dumm. Wir trauern mit Minister Jung; Nick Cave und Blixa Bargeld trauern mit. Bargeld sieht in dem Clip wie Otto Schily aus, der war ja auch mal Minister, mit Tanklastern hatte der allerdings nichts am Hut, eher mit mobilen Aktenvernichtern.