Aka-Professor Holger Bunk führt gemeinsam mit Kurator Daniel J. Schreiber durch die Mel Ramos-Ausstellung in Tübingen. Für alle, die nicht so recht wissen, ob Ramos nun Seniorenpornos oder ernsthafte Kunst produziert, ist Dienstag, der 2. Februar um 17 Uhr ein Pflichttermin.
„Das Ziel ist immer, bestimmte Dinge auf den Punkt zu bringen“, sagt die Kölner Künstlerin Bettina Lockemann. Und das, obwohl ihre meist schwarzweiß gehaltenen Fotografien alles andere abbilden als klare Aussagen. Es sind urbane, menschenleere Ansichten mit nur wenigen geographischen Anhaltspunkten, banale Webcam-Fotografien und ruhige Videoinstallationen. Lockemann beschreibt Grenzbezirke, wie den kleinen Raum zwischen einer Frau und einem vorbeirauschenden Bus. Automatisch beginnt das ‚Berlin-Paris-oder-New-York-Suchspiel’. Doch Lockemann schüttelt den Kopf und beteuert, darum ginge es nicht in ihren ‚Kontakzonen’. Worum es ihr geht, steht in der Märzausgabe des sonnendecks.
Ein extrem dichtes Informationsnetz bietet die gestern eröffnete Ausstellung Post-Oil City in der ifa-Galerie Stuttgart. Mal kurz durchlaufen und dann ins Café Planie wird nicht funktionieren. Lieber mehr Zeit mitbringen, es lohnt sich. Gaststar des Abends war der niederländische Architekt Raoul Bunschoten, dessen Büro CHORA das riesige Modell Taiwan-Strait-Inkubator beisteuerte. Ein Interview mit Kurator Christian Berkes findet sich in der aktuellen Ausgabe des sonnendecks.
Im Rathaus läuft bis 26. März die “Ausstellung der Staatsexamina im Fach Kunsterziehung”. Das klingt nach Masse Mensch, ist aber recht übersichtlich, da nur zwei Künstlerinnen ausstellen: Katrin Hoffmann und Julia Wittmann. Die Arbeiten von Wittmann sagen mir nüscht, die drei von Hoffmann sind ok. Einen Insider-Joke bietet ihr Werk o.T., 300×250, Öl auf Leinwand, denn das Bild, das auf dem Bild nicht mehr zu sehen ist, hing letztes Jahr beim Rundgang an genau der Stelle, die im Bild dargestellt ist. Nun hängt das Bild ohne Bild im Rathaus und ist noch zu haben für geschenkte 2900 Dinger.
Die in Wien lebende Julia Mueller zerlegt muskulöse Männerkörper aus einschlägigen Superhelden-Comics in ihre Einzelteile und montiert sie als malerische Collage neu zusammen. Mueller entzieht dabei den Comicvorlagen das erzählerische Element, sodass die entstandenen Bilder eher an Dr. Frankensteins Ersatzteillager oder an Schweinehälften im Kühlhaus erinnern als an Abenteuer und Furchtlosigkeit. Jenseits ihrer heroischen Verklärung im Comic bleibt den Muskelbergen nur ihre grobe, unsensible Kraft, die infrage gestellt werden kann.