Kampfkuscheln im WKV

Eher an ein Sperrmülllager als an eine Kunstausstellung erinnert die unkuratierte Show der Künstlermitglieder des Württembergischen Kunstvereins – unkuratiert im schlimmsten Sinne des Wortes. Den theorieverliebten Direktoren Dressler und Christ dürften die Tränen in den Augen gestanden haben angesichts der aufeinandergetürmten Grausamkeiten.
Kunst und Gesellschaft sollen hier reflektiert und diskutiert werden. Es gibt eine Diskursarena und zahlreiche Vorträge, Gespräche und Performances. Stuttgart 21 wird ebenso auf- und angegriffen wie „Konsum- und Kapitalismuskritik, alternative Lebensmodelle, Formen der Partizipation oder Kunst als demokratischer Handlungsraum“. Mal so richtig Kampfkuscheln und Baden im abgestandenen Wasser gemeinsamer Überzeugungen.

Nachtrag: Georg Leisten hat es gefallen: ” … doch wer ein bisschen Entdeckerlaune mitbringt, wird diese Schau lieben wie kaum eine ihrer Vorgängerinnen. Sie ist politisches Bekenntnis und ironische Selbstreflexion, gibt sich trotzig und rotzig, aber auch kampflustig engagiert und thematisch beziehungsreich.” (Stuttgarter Zeitung vom 23.02.)

Michael Reuter

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