Arbeiten von Sati Zech und Jörg Bach im Kunstverein Reutlingen
Bis 11. April 2010

Der Kunstverein Reutlingen zeigt verschlungene Stahlkörper in allen Größen des Künstlers Jörg Bach (*1964) gemeinsam mit Arbeiten aus dem Werkkomplex Bollenarbeit von Sati Zech (*1958).
Die in Berlin lebende Künstlerin kommt aus der Bildhauerei. Ihr bevorzugtes Motiv ist ein kleiner Hügel, der in verschiedenen Techniken variiert wird. Als malerische Zeichnung in erdigem Rot werden die Bollen in unendlicher Wiederholung zu Bildgeweben verknüpft, die an Strickmaschen erinnern. Andere Bilder bestehen aus vernähten Leinwandstreifen, die die Nähe der Künstlerin zur plastischen Arbeit belegen. Die Bollen entwickelten sich ursprünglich aus einer Gefäßform, wobei sinnlich-erotische Assoziationen durchaus gewollt sind. Auf ihren vielen Reisen nach Afrika wurde Zech außerdem von den dortigen Rundbauten inspiriert. Afrikanische Einflüsse passen auch gut zur archaischen, rituellen Anmutung ihrer Bilder.

Die durch den Saal mäandernden Corten-Skulpturen von Jörg Bach geben sich ebenfalls amorph-organisch, wirken aber trotz ihrer offenen Form gegenüber den Arbeiten von Zech sehr distanziert und verschlossen. Bachs Skulpturen eignen sich gut zur Stadtmöblierung: Sie sind mehrheitsfähig, sehen hochwertig aus und werden nach kürzester Zeit vom Gehirn des vorübereilenden Passanten ausgeblendet. Es fehlt einfach die visuelle Reibung.
