Gegen das Verlorengehen: LOCATE ME im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien Berlin

Stadtplan, Straßenkarte, Ortsschilder: Wen interessierts. Entschuldigung, es ist das Jahr 2010, wir müssen lang nicht mehr vor die Tür gehen um verreisen zu können und seit Google Earth ist sogar der Blick in Nachbars Badezimmer ohne eigene physische Bewegung abseits des seltenen Klickens der Maus möglich. Die virtuelle Welt als Abbild der Wirklichkeit, bestehend aus 1/0-Folgen ist zur ernstzunehmenden Konkurrenz der Realität geworden. Und was passiert wenn beide aufeinander knallen? Wenn man sich plötzlich mit dem virtuellen System im realen System orientieren und organisieren muss? Oder noch schlimmer: Wenn man die Grenze der beiden Welten plötzlich nicht mehr findet, vor lauter Orientierungshilfen?

In Berlin Kreuzberg widmen Florina Limberg und Daniela Walz dem Thema der digitalen Orientierung bis Anfang August eine Ausstellung: LOCATE ME. Die Frage nach dem Standort, den eigenen Standpunkten und der Verantwortung des Ichs im urbanen Raum wird dort gestellt – und das nicht nur im digitalen Raum einer Stadt, in der schon manch einer verloren ging.

Arnika Fürgut

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