Archiv

Archiv für Dezember, 2010

Befriedung im Park

29. Dezember 2010

Das umstrittene Zeltcamp im Stuttgarter Park ist seit einer Woche umfriedet. Der Interventions-Künstler und Professor für Bildhauerei (FH Arnstadt) Andreas Mayer-Brennenstuhl will mit seiner Aktion die Campbewohner vor den nicht immer wohlmeinenden Blicken der Parkbesucher, und die Parkbesucher vor dem sie erzürnenden Anblick des Camps beschützen, insgesamt also die Lage etwas befrieden.

 

Auszug aus der Pressemitteilung des Künstlers:

Damit diese mutige Architektur (das Camp) nicht den klimatischen und politischen Witterungsverhältnissen zum Opfer fällt, möchten wir in Form einer kulissenartigen Schutzarchitektur dazu beitragen, die Lage zu entspannen. Die diversen Architekturelemente sind ein Geschenk an die Camper und obliegen nach einem von uns angeleiteten Erstaufbau deren freier Verfügung. Die Elemente dieser Schutzarchitektur gehen zurück auf die Bauplanen, die während der Renovierung des Brandenburger Tores in Berlin vor dem Baugerüst hingen und auf denen dieses unschlagbare Symbol sowohl der deutschen Teilung wie auch der Wiedervereinigung in Originalgröße fotografisch abgebildet war. Einzelne Fragmente dieser nun rechteckig aufgespannten Planen fungieren seither als Versatzstücke von Interimsarchitekturen, die allesamt die Frage stellen: Was unterscheidet eine Scheinarchitektur von einer wirklichen Architektur? Die Stuttgarter Verhältnisse erlauben uns, diese Frage weiter zu präzisieren. Wir sprechen hier von einer Notbesiedlung, die sich auf einen wirklichen Fall von demokratischem Notstand berufen kann. Die Existenz dieses Camps beweist, dass irgendetwas anderes schief gelaufen ist. Dieses Andere kann nicht nur ein Kommunikationsproblem gewesen sein. Das Zeltlager bildet unserer Auffassung nach den städtebaulichen Gegenpol zu den offiziellen Planungen der Stadt. Gelingt es, diesen Ort genau so ernst zu nehmen wie das, was mit Stuttgart 21 gemeint ist, wäre gesellschaftlicher Fortschritt die natürliche Folge.

Info: www.ambweb.de, www.begleitbuero.de

Hansjörg Fröhlich

R.I.P. Captain Beefheart

18. Dezember 2010

Der Künstler und Space-Blues-Vater Don van Vliet alias Captain Beefheart ist 69-jährig an MS gestorben.  Der Mann der Erdöl für Dinosaurierblut hielt und Flugformationen der US-Army wie Tarotkarten deutete, trug zwischen 1965 und 1982 mit rauer, über 4,5 Oktaven vagabundierender Stimme, surreale Lyrik zu harten Free-Jazz- und Delta-Blues-Songs vor. 1985 lies er sich von Galerist Michael Werner (Köln/NY) überzeugen, seine über Jahre entstandenen Gemälde auszustellen und begann eine zweite Karriere als Maler.

 

Der Mann unter dem Hut: Captain Beefheart

Hansjörg Fröhlich

Baerwind-Preis 2010 für Raul Cio

10. Dezember 2010

Sonnendeck gratuliert Raul Cio zur Verleihung des Baerwind-Preises 2010 für seinen Entwurf zur künstlerischen Gestaltung des Rudi-Baerwind-Platzes in Mannheim-Neuostheim. Der Entwurf des 31jährigen Bildhauers aus Berlin zeigt einen auf einer schwarz glänzenden Platte wachsenden Kirschbaum, dessen jahreszeitenabhängiges Erscheinungsbild sich in der Platte spiegelt und so immer neue Zeichnungen entstehen lässt.

Weitere Arbeiten des Preisträgers werden im Rahmen der Ausstellung Rudi Baerwind 1910 – 1982 vom 12. Dezember 2010 bis 16. Januar 2011 im Mannheimer Kunstverein präsentiert.

Raul Cio: Himmel und Erde, 2010

Kathrin