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Utopia Parkway sind umgezogen

21. März 2011

Nachdem die gefräßigen Bagger immer näher rückten, sind Utopia umgezogen.

Neues Domizil ist gleich um die Ecke: Tübingerstr. 22

You know the score: hingehen und staunen

 

Weiterhin geht es um Austausch und Präsenz:

Hansjörg Fröhlich

BORA ACINCITÜRK – Ikonenwahn in Istanbul

14. März 2011

Die Welt ist nicht so wie wir sie sehen sondern so wie wir sie uns vorstellen, wie wir alles auf den Kopf stellen. Eigentlich ist die Erde eine Scheibe und das Ende ist nah. Gerade wenn man über den Rand in die Tiefe stürzt oder an ein Ufer angelangt wo kein Platz mehr ist, schon gar nicht für dich, lächeln dich Leute die du kennst in Superheldenkostümen und mit NinjaTurtle-Masken an. Als ob du deine Nase verloren hättest und Luftschlangen aus deinem Gesicht springen. Wer lacht also jetzt über wen? Aber es ist eigentlich gar nicht lustig, auch wenn hier so viel Konfetti ist.

Unbereinigter Wesen

Burroughs, Erlösung, Qual, Kunst kommt von Kohle, Alice in Wonderland, Metropolen – Trash, Ikonenwahn und Tigerpelze. Bora Akıncıtürk malt Wesen und Orte in bunten Welten, deren Größenverhältnisse spielerisch, kubistisch-surrealistisch verschoben sind. Er möchte über Burroughs reden, seine Werke als Ausgangspunkt verstanden wissen und alle sollen überhaupt wissen: das Leben ist ein Scheißladen – angesiedelt auf der grünen Wiese im tiefen tiefen Unterbewusstsein. (text by Nesrin Tanc)

BORA ACINCITÜRK: Meine Erziehung. Wir erwachten, hungrig.

27.02. – 26.03.2011

Suriye Pasaj / Istiklal Cad. 348 / 4.Stock /Beyoglu – Istanbul

Hansjörg Fröhlich

Trinken im ehemaligen Bongshop/Kreativitätsschwemme in der früheren Kommerzmeile

25. Februar 2011

Seit einigen Tagen ist in den Räumen des früheren Blackman-Kifferbedarfs-Ladens die Hypno Vereinsbar eröffnet. Dort, in der Marienstraße 11, werden in den nächsten Wochen verschiedenste Partys stattfinden. Am Samstag 26.Feb. ist offizielle Eröffnungsparty mit Musik von Klaus Schank und Günter Garstig. Dominik und Malte vom Ausschank Ost betreiben den Laden, die Inhalte kommen von den einzelnen Veranstaltern und natürlich vom (Kunst)-Publikum. Am Mittwoch gab’s ein Psycho-Jazz-Postrock-whatever-Konzert und Speeddating unter Künstlern: Erklärte dein Kunstkonzept innerhalb von 2 Minuten und rücke dann weiter zum nächsten Datingpartner.

Frequentiert wird die Kneipe stark von Künstlern und Publikum der Utopia Parkway Ad-hoc-Residenz in der Marienpassage. Auf dem Areal arbeiten in Ladengeschäften auf 12 000 qm etwa 100 Künstler an ihren Projekten. Ende März wird wohl Schluss sein, dann steht der Abriss bevor und der Neubau des sinnlosen Quartier S – einem Stadtviertel mit „Mischnutzung“ das keinem nutzt, außer den beteiligten Bauunternehmern. Bis dann allerdings wird die Marienpassage zum Künstlerquartier, mit eigenem Ad-hoc-Hotel und ständig wechselnden Kunstaktionen. Initiiert wurde das Projekt von Demian Bern und Pablo Wendel von der experimentellen Kunstplattform EXP.edition und dem Interventionsraum e. V. Hingehen und staunen!

Hansjörg Fröhlich

Essen nach Maß

19. Januar 2011

Die Ungarische Künstlerin Andrea Györi läd am Samstag 22.01.11 zu ihrem 2. Kochbegegnis in den Stuttgarter Kunstverein ein. Was auf den Tisch kommt, ob es überhaupt einen Tisch gibt und ob am Ende Bauchgrimmen oder kulinarische Höhenflüge stehen – darüber kann man nur spekulieren. Bei ihrem ersten Kochereignis, damals noch unter dem Label ”KÜCHE. Ohne Fleisch bleibe ich unbefriedigt”, das Anfang November letzen Jahres im Interventionsraum. Marienstraße 15 stattfand, kochte die Performance-Künstlerin am Tisch unter lebhafter Unterstützung der “Gäste”. Die einzelnen Vorbereitungsschritte und Kochkunstgriffe, schaute sich Györi von einem parallel zum Kochvorgang abgespielten Video ab. Das zeigte die Künstlerin mit ihrer Mutter beim Hantieren in der heimatlichen Budapester Kombüse. Am Ende lagen Hähnchenschlegel in Paprikarahmsoße mit ungarischen Knöpfle in den Tellern, worüber sich das vom Bordeaux rouge gnädig gestimmte Publikum ausgelassen freute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Kochbegegnis ist Teil einer Serie von 25 solcher Events, die zusammengefasst in ein Kochbuch einfließen sollen. Das ganze Projekt hat die liebreizende Andrea Györi unter die Ägide einer Reihe regider konzeptueller Maßgaben gestellt. So dürfen nur Speisen gekocht werden, die an einem gewöhnlichen Wochentag auch die Küche des Budapester Elternhauses der Künstlerin verlassen. Es muss der Kochfilm mit Györis Mutter laufen, die darin ersichtlichen Vorgänge sind in Realtime nachzuahmen. Weitere Rahmenbedingungen sind einem Prosagedicht der Künstlerin zu entnehmen.

Ganz ohne Zweifel wird dieser Abend in Hanns-Michael Rupprechters gemütlichen Speisezimmern neue Dimensionen des konzeptuellen Nachtmahls erschließen. Alle sind eingeladen – wer will kann seine Mutter mitbringen.

Sa. 22.01.11 Beginn 19 Uhr, Stuttgarter Kunstverein, Filderstr. 34

Hansjörg Fröhlich

First we take Barcelone then we take Honolulu

12. Januar 2011

Vorsicht! Der durchgeknallte GASLAMP KILLER ist wieder auf Tour. Bald auch in Deiner Stadt. Du wirst keine Chance haben und deine beschissene Stadt eh nicht. Barcelone hat er schon in Grund und Boden gespielt, demnächst zerrüttet der Mann mit dem Wischmop auf dem Hals Dein Gemeinwesen! Doch sieh selbst wie der mighty GASLAMP KILLER Städte aus den Angeln hebt:

 

Seht hier wie Shanghai wegsackt:

Wesentlich ruhiger lässt es sein Kumpel GONJASUFI angehen:

Hansjörg Fröhlich

Befriedung im Park

29. Dezember 2010

Das umstrittene Zeltcamp im Stuttgarter Park ist seit einer Woche umfriedet. Der Interventions-Künstler und Professor für Bildhauerei (FH Arnstadt) Andreas Mayer-Brennenstuhl will mit seiner Aktion die Campbewohner vor den nicht immer wohlmeinenden Blicken der Parkbesucher, und die Parkbesucher vor dem sie erzürnenden Anblick des Camps beschützen, insgesamt also die Lage etwas befrieden.

 

Auszug aus der Pressemitteilung des Künstlers:

Damit diese mutige Architektur (das Camp) nicht den klimatischen und politischen Witterungsverhältnissen zum Opfer fällt, möchten wir in Form einer kulissenartigen Schutzarchitektur dazu beitragen, die Lage zu entspannen. Die diversen Architekturelemente sind ein Geschenk an die Camper und obliegen nach einem von uns angeleiteten Erstaufbau deren freier Verfügung. Die Elemente dieser Schutzarchitektur gehen zurück auf die Bauplanen, die während der Renovierung des Brandenburger Tores in Berlin vor dem Baugerüst hingen und auf denen dieses unschlagbare Symbol sowohl der deutschen Teilung wie auch der Wiedervereinigung in Originalgröße fotografisch abgebildet war. Einzelne Fragmente dieser nun rechteckig aufgespannten Planen fungieren seither als Versatzstücke von Interimsarchitekturen, die allesamt die Frage stellen: Was unterscheidet eine Scheinarchitektur von einer wirklichen Architektur? Die Stuttgarter Verhältnisse erlauben uns, diese Frage weiter zu präzisieren. Wir sprechen hier von einer Notbesiedlung, die sich auf einen wirklichen Fall von demokratischem Notstand berufen kann. Die Existenz dieses Camps beweist, dass irgendetwas anderes schief gelaufen ist. Dieses Andere kann nicht nur ein Kommunikationsproblem gewesen sein. Das Zeltlager bildet unserer Auffassung nach den städtebaulichen Gegenpol zu den offiziellen Planungen der Stadt. Gelingt es, diesen Ort genau so ernst zu nehmen wie das, was mit Stuttgart 21 gemeint ist, wäre gesellschaftlicher Fortschritt die natürliche Folge.

Info: www.ambweb.de, www.begleitbuero.de

Hansjörg Fröhlich

R.I.P. Captain Beefheart

18. Dezember 2010

Der Künstler und Space-Blues-Vater Don van Vliet alias Captain Beefheart ist 69-jährig an MS gestorben.  Der Mann der Erdöl für Dinosaurierblut hielt und Flugformationen der US-Army wie Tarotkarten deutete, trug zwischen 1965 und 1982 mit rauer, über 4,5 Oktaven vagabundierender Stimme, surreale Lyrik zu harten Free-Jazz- und Delta-Blues-Songs vor. 1985 lies er sich von Galerist Michael Werner (Köln/NY) überzeugen, seine über Jahre entstandenen Gemälde auszustellen und begann eine zweite Karriere als Maler.

 

Der Mann unter dem Hut: Captain Beefheart

Hansjörg Fröhlich

Elegante Lösungen in Zeiten des Terrors

22. November 2010

Die Titanic zeigt wie geschürte Terrorangst nicht nur Großprojekte zerstört, sondern auch zu deren Umsetztung beitragen kann.

Hansjörg Fröhlich