Der Sommer in Karlsruhe
Die sonnendeck-Redaktion mag das…
soeben gefunden auf sueddeutsche.de
http://www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-abkratzpraemie-cent-fuer-einen-aufkleber-1.992524
wir empfehlen den kauf dieser werkzeuge.

Wir sind ja im Umgang mit Absurditäten mittlerweile geübt. Ein Bahnhof soll so großzügig umgebaut werden, bis die Stadt, für deren bessere Mobilität gesorgt werden soll, schließlich erstarrt ist. Ein Gesundheitssystem wird so lange nachgebessert, bis es komplett krank ist, und eine Wahrheitsfindungskommission vergibt Preise für die Aufrechterhaltung einer Illusion. Vielleicht ist der Zustand der Verwirrtheit ja eine angemessene Reaktion auf den Zustand der Welt und der Dinge im 21. Jahrhundert. Eine besondere Verwirrtheit des Geistes muss vorliegen, wenn Behörden im Verbund mit Versicherungen danach trachten, eine Kunstausstellung so sicher zu machen, bis keine Kunstausstellung mehr möglich ist. So geschehen an der Kunstakademie Stuttgart, deren Studenten dieses Wochenende anlässlich der Sommeraustellung ihre Arbeiten zeigen möchten. Doch im Vorfeld dieser, im Jahreslauf wohl einzigen Möglichkeit vollumfänglich die Werke der verschiedenen Kunstklassen zu sehen, wurden Behörden der Stadt Stuttgart in einem selbst für Bürokraten absurden Maß aktiv. Im Namen des Brandschutzes, im Namen der Lebensmittelhygiene und im Namen eines kafkaesk anmutenden Regulierungswahns, mussten sämtliche Möbel aus Klassenzimmern und Gängen verschwinden, wurden Auflagen für Snackbars und Kleinbistros so hochgeschraubt, dass die Räumlichkeiten der AKA wohl zu ersten Mal seit ihrem Bestehen dieses Wochenende komplett kalorienfrei sind. Die Studentenschaft reagierte auf diese Zumutungen mit einer Vollversammlung, erreichte aber keinen Vollboykott der Sommerausstellung. Was nun letztendlich zu besichtigen ist, weist schmerzhafte Lücken auf, wird dem Geist der Akademie nicht gerecht und kokettiert mit einer Aura der Zerrüttung.

Notizen eines Rundgangs am Freitag um 17 bis 20:30 Uhr: Die Gänge sind leer, die Türen zu den Klassenzimmern verschlossen, kein Windhauch regt sich, denn auch die Fenster sind zugesperrt. Keine Stimmen, keine Laute, auch nicht im Hof, wo wenige Studenten reglos im Gras liegen. Schwere Hitze staut sich zwischen den Mauern, Lethargie, einem farblosen Gas gleich, dringt in jeden Spalt, in jede Pore. Erinnerungen an einen ABC-Unfall werden wach, kontaminiertes Gelände – betreten verboten. Und doch suchen wir weiter, suchen nach Lebenszeichen, nach Überlebenszeichen, nach Kunst. Wir fühlen uns wie Stalker im gleichnamigen Tarkowskij-Film, betreten mit orangefarbenen Warnzetteln des Ordnungsamts versehene Gänge und Treppenhäuser, erschrecken beim Widerhall unserer Schritte, Gänsehaut unter den klatschnassen Sommerhemden, gefühlte 45 Grad, Windstille – auch im Kopf. In einem der Obergeschosse dringen Stimmen aus einem offenen Zimmer. Dort steht Stephanie Neutzer und präsentiert drei Kleinode ihrer Kunst. Passenderweise sind auf ihren Arbeiten Menschen in ABC-Schutzkleidungen bei raumpflegerischen Tätigkeiten zu sehen, vielleicht sind es ja Mitarbeiter des Städtischen Ordnungsamt. Einige Klassenzimmer weiter, fallen die Gemälde der Jana Weitbrecht ins Auge: Anatomische Dismorphien in bestechender Schönheit, angetan mit einem Tuch aus roter Seide. Gleich daneben, Claudia Storchs Arbeiten, die eventuell das Eintauchen in das Innenleben eines Körpers mit erkennbarem Rückgrat zeigen. Die Besichtigung etlicher Videos schlägt mangels Stromversorgung fehl, vielleicht haben sie ja die AKWs runtergefahren, bei der Hitze. Repräsentativ für die klaustrophobische Grundstimmung im Inneren der Akademie findet sich im Erdgeschoss die vorzügliche Installation „Stop Motion“ von Iokasti Ioannou. Auf einem Monitor am Ende eines perspektivisch sich verjüngenden Raums erblicken wir eine schreiende, sich windende weibliche Person, die einen Gefängnisgang auf- und abrennt. Die Installation umfasst insgesamt drei solcher Bildschirme, die Isolation, Soziopathie und Irrsinn als Kompensation thematisieren. Aus diesem grandiosen Szenario treten wir in den Dunstkreis von Sang Yong Lees „Fremder Mann“, einer großen Holzfigur, die an einen wütenden aber auch ängstlich-erstaunten Neandertaler erinnert. Seine Halsmuskeln sind extrem angespannt, das Polyester wirkt wie verkrampft. In einem der letzten geöffneten Räume klingt der Glockenspielroboter von Manuel Iwansky. Er interpretiert das Deutschlandlied auf eine seltsam zaghafte, unrunde, erbärmliche Weise, so erbärmlich wie die AKA-Sommerausstellung nach der Übernahme durchs Ordnungsamt.
Kunst handelt von anderweitig unausgelebten Latenzen, die noch nicht ins Politische umschlagen. Dieser Gärzustand verträgt sich nicht mit paranoiden Sicherheitsvorstellungen und Reinraumhygiene. Versuche diese Gärung zu stoppen, ersticken die Kunst und forcieren die Politisierung.
is ja immer leicht gefährlich, wenn sowas hier gesendet wird.
DOCH…
…nach lektüre dieses kommentares auf spiegel-online mit der überschrift Die Mittelschicht betrügt sich selbst. kann nur dieser mann aus der patsche helfen.
es reicht auch nur, die ersten anderthalbminuten anzusehen.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe startet im Rahmen seines Kunstkonzepts
„f o r u m k u n s t“ den Künstlerförderwettbewerb 2010.
Nachdem vor zwei Jahren Nachwuchskünstler angesprochen waren, richtet sich der diesjährige Wettbewerb an Künstler, die mindestens 45 Jahre alt sind. Der Wettbewerb gilt dem bisherigen künstlerischen Schaffen, nicht einer einzelnen Arbeit. Er umfasst die Bereiche Malerei, Grafik, Fotografie, Plastik und Skulptur. Freischaffende Künstlerinnen und Künstler mit abgeschlossener Hochschulausbildung, die im Regierungsbezirk Karlsruhe wohnen oder arbeiten, können sich mit bis zu zehn Arbeiten bewerben. Das Regierungspräsidium nimmt die Bewerbungen ab sofort entgegen.
Eine Fachjury wählt aus den eingereichten Bewerbungen fünf Künstlerinnen und Künstler aus, denen die Möglichkeit geboten wird, ihre Werke bei einer Ausstellung im Regierungspräsidium Ende des Jahres zu präsentieren. Für Ankäufe aus dem Kreis dieser Objekte wird das Regierungspräsidium etwa 30.000 Euro ausgeben. Auch ein Ausstellungskatalog, in dem sich die Künstler und ihre Arbeiten darstellen können, ist wieder vorgesehen.
Die Bewerbungen sind zu richten an:
Regierungspräsidium Karlsruhe, f o r u m k u n s t 2010
Referat 23, Markgrafenstraße 46, 76133 Karlsruhe
Einsendeschluss der Bewerbungen ist der 30. April 2010.
Ansprechpartnerinnen bei Rückfragen:
Bettina Rupp, Tel.: 0721 926-7682 (Montag, Donnerstagvormittag, Freitag)
E-Mail: bettina.rupp@rpk.bwl.de
oder Christine Mahnke, Tel. 0721 926-7650,
E-Mail: christine.mahnke@rpk.bwl.de
Der Ausschreibungstext sowie die Bewerbungsunterlagen können auf der Startseite der Homepage des Regierungspräsidiums Karlsruhe unter
www.rp-karlsruhe.de heruntergeladen werden.
Steve Jooooobs hat nicht zuviel versprochen. Bald is das Teil auch bei uns erhältlich.
Sebastian Rogler hat den neuen IPad für uns getestet. Dankesehr!
Entscheidend war für mich die Frage, woher ich den Sound bekomme, zu dem die Kleine hier ziemlich sexy mitgroovt.