Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Brise’

BORA ACINCITÜRK – Ikonenwahn in Istanbul

14. März 2011

Die Welt ist nicht so wie wir sie sehen sondern so wie wir sie uns vorstellen, wie wir alles auf den Kopf stellen. Eigentlich ist die Erde eine Scheibe und das Ende ist nah. Gerade wenn man über den Rand in die Tiefe stürzt oder an ein Ufer angelangt wo kein Platz mehr ist, schon gar nicht für dich, lächeln dich Leute die du kennst in Superheldenkostümen und mit NinjaTurtle-Masken an. Als ob du deine Nase verloren hättest und Luftschlangen aus deinem Gesicht springen. Wer lacht also jetzt über wen? Aber es ist eigentlich gar nicht lustig, auch wenn hier so viel Konfetti ist.

Unbereinigter Wesen

Burroughs, Erlösung, Qual, Kunst kommt von Kohle, Alice in Wonderland, Metropolen – Trash, Ikonenwahn und Tigerpelze. Bora Akıncıtürk malt Wesen und Orte in bunten Welten, deren Größenverhältnisse spielerisch, kubistisch-surrealistisch verschoben sind. Er möchte über Burroughs reden, seine Werke als Ausgangspunkt verstanden wissen und alle sollen überhaupt wissen: das Leben ist ein Scheißladen – angesiedelt auf der grünen Wiese im tiefen tiefen Unterbewusstsein. (text by Nesrin Tanc)

BORA ACINCITÜRK: Meine Erziehung. Wir erwachten, hungrig.

27.02. – 26.03.2011

Suriye Pasaj / Istiklal Cad. 348 / 4.Stock /Beyoglu – Istanbul

Hansjörg Fröhlich

Trinken im ehemaligen Bongshop/Kreativitätsschwemme in der früheren Kommerzmeile

25. Februar 2011

Seit einigen Tagen ist in den Räumen des früheren Blackman-Kifferbedarfs-Ladens die Hypno Vereinsbar eröffnet. Dort, in der Marienstraße 11, werden in den nächsten Wochen verschiedenste Partys stattfinden. Am Samstag 26.Feb. ist offizielle Eröffnungsparty mit Musik von Klaus Schank und Günter Garstig. Dominik und Malte vom Ausschank Ost betreiben den Laden, die Inhalte kommen von den einzelnen Veranstaltern und natürlich vom (Kunst)-Publikum. Am Mittwoch gab’s ein Psycho-Jazz-Postrock-whatever-Konzert und Speeddating unter Künstlern: Erklärte dein Kunstkonzept innerhalb von 2 Minuten und rücke dann weiter zum nächsten Datingpartner.

Frequentiert wird die Kneipe stark von Künstlern und Publikum der Utopia Parkway Ad-hoc-Residenz in der Marienpassage. Auf dem Areal arbeiten in Ladengeschäften auf 12 000 qm etwa 100 Künstler an ihren Projekten. Ende März wird wohl Schluss sein, dann steht der Abriss bevor und der Neubau des sinnlosen Quartier S – einem Stadtviertel mit „Mischnutzung“ das keinem nutzt, außer den beteiligten Bauunternehmern. Bis dann allerdings wird die Marienpassage zum Künstlerquartier, mit eigenem Ad-hoc-Hotel und ständig wechselnden Kunstaktionen. Initiiert wurde das Projekt von Demian Bern und Pablo Wendel von der experimentellen Kunstplattform EXP.edition und dem Interventionsraum e. V. Hingehen und staunen!

Hansjörg Fröhlich

zwischenKunst: Eine neue Idee zur Kunstentwicklung

15. Februar 2011

zwischenKunst bietet Künstlern Entwicklungsmöglichkeiten auf drei Ebenen an: Werke (v.a. bildender Künstler) werden in einem Schauraum in ungewöhnlichem Kontext einer Kommunikationsagentur auf dem MKI-Gelände in Stuttgart ausgestellt, in Workshops mit Coaching-Profis entwickeln sie ihr Potenzial als Künstlerpersönlichkeit und Kunst-Unternehmer und sie können sich real und virtuell vielfältig vernetzen. Mit diesem dreifachen Entwicklungsangebot will zwischenKunst dazu beitragen, dass Künstler souverän und erfolgreich mit den unterschiedlichen Rollen ihrer Künstlerpersönlichkeit umgehen. Die erste Ausstellung beginnt am 17. Februar 2011 mit Silke Walther (Medienkunst)  und Thomas Rappaport (Bildhauerei, Landart). Mehr…

admin

Ursula Kirchner im BBK Württembergs

1. Februar 2011

Ursula Kirchner – Scherenschnitte

Schwarz auf Weiß und farbig. Die scharfen Konturen des geschnittenen Papiers erfahren zurzeit eine besondere Wertschätzung. Für Ursula Kirchner ist es eine lang geübte Technik, aus schwarzem Papier silhouettenhafte, oft durch Literatur angeregte Szenen auszuschneiden. Prospekte und Farbfotos sind das Ausgangsmaterial ihrer Farbschnitte; phantasievolle, groteske Figuren, offen für die Interpretation des Betrachters.

27.02. – 27.03.2011
BBK Atelierhaus, Eugenstraße. 17
Sa. 14 – 18 Uhr, So. 11 – 16 Uhr

admin

Blickdicht – Bilder von Christa Munkert in Hohenheim

20. Januar 2011

Die Stuttgarter Künstlerin Christa Munkert zeigt vom 31. Januar bis 30. April 15 Arbeiten in den Räumen des Tagungszentrums der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Hohenheim. Die Arbeiten sind nicht nur großformatig, weil die Künstlerin sie derart gestaltet hat; das Format entspricht den Werbeplakaten, auf denen die Künstlerin gestisch gemalt und dadurch auch akzentuiert hat.

Die aus dem öffentlichen Raum bekannten Werbeplakate, die bei Munkert mehr oder weniger zu erkennen sind, funktionieren für die Werbung von Firmen, Marken und Produkten, sind aber auch für die Malerei gut geeignet. Sie haben durch die Übermalungen zwar ihre ursprüngliche Intention verloren, dafür aber künstlerische Qualität gewonnen. Jeder Betrachter hat die Freiheit, auf seine Art und Weise mit der Werbung umzugehen. Mehr…

admin

Essen nach Maß

19. Januar 2011

Die Ungarische Künstlerin Andrea Györi läd am Samstag 22.01.11 zu ihrem 2. Kochbegegnis in den Stuttgarter Kunstverein ein. Was auf den Tisch kommt, ob es überhaupt einen Tisch gibt und ob am Ende Bauchgrimmen oder kulinarische Höhenflüge stehen – darüber kann man nur spekulieren. Bei ihrem ersten Kochereignis, damals noch unter dem Label ”KÜCHE. Ohne Fleisch bleibe ich unbefriedigt”, das Anfang November letzen Jahres im Interventionsraum. Marienstraße 15 stattfand, kochte die Performance-Künstlerin am Tisch unter lebhafter Unterstützung der “Gäste”. Die einzelnen Vorbereitungsschritte und Kochkunstgriffe, schaute sich Györi von einem parallel zum Kochvorgang abgespielten Video ab. Das zeigte die Künstlerin mit ihrer Mutter beim Hantieren in der heimatlichen Budapester Kombüse. Am Ende lagen Hähnchenschlegel in Paprikarahmsoße mit ungarischen Knöpfle in den Tellern, worüber sich das vom Bordeaux rouge gnädig gestimmte Publikum ausgelassen freute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Kochbegegnis ist Teil einer Serie von 25 solcher Events, die zusammengefasst in ein Kochbuch einfließen sollen. Das ganze Projekt hat die liebreizende Andrea Györi unter die Ägide einer Reihe regider konzeptueller Maßgaben gestellt. So dürfen nur Speisen gekocht werden, die an einem gewöhnlichen Wochentag auch die Küche des Budapester Elternhauses der Künstlerin verlassen. Es muss der Kochfilm mit Györis Mutter laufen, die darin ersichtlichen Vorgänge sind in Realtime nachzuahmen. Weitere Rahmenbedingungen sind einem Prosagedicht der Künstlerin zu entnehmen.

Ganz ohne Zweifel wird dieser Abend in Hanns-Michael Rupprechters gemütlichen Speisezimmern neue Dimensionen des konzeptuellen Nachtmahls erschließen. Alle sind eingeladen – wer will kann seine Mutter mitbringen.

Sa. 22.01.11 Beginn 19 Uhr, Stuttgarter Kunstverein, Filderstr. 34

Hansjörg Fröhlich

First we take Barcelone then we take Honolulu

12. Januar 2011

Vorsicht! Der durchgeknallte GASLAMP KILLER ist wieder auf Tour. Bald auch in Deiner Stadt. Du wirst keine Chance haben und deine beschissene Stadt eh nicht. Barcelone hat er schon in Grund und Boden gespielt, demnächst zerrüttet der Mann mit dem Wischmop auf dem Hals Dein Gemeinwesen! Doch sieh selbst wie der mighty GASLAMP KILLER Städte aus den Angeln hebt:

 

Seht hier wie Shanghai wegsackt:

Wesentlich ruhiger lässt es sein Kumpel GONJASUFI angehen:

Hansjörg Fröhlich

Befriedung im Park

29. Dezember 2010

Das umstrittene Zeltcamp im Stuttgarter Park ist seit einer Woche umfriedet. Der Interventions-Künstler und Professor für Bildhauerei (FH Arnstadt) Andreas Mayer-Brennenstuhl will mit seiner Aktion die Campbewohner vor den nicht immer wohlmeinenden Blicken der Parkbesucher, und die Parkbesucher vor dem sie erzürnenden Anblick des Camps beschützen, insgesamt also die Lage etwas befrieden.

 

Auszug aus der Pressemitteilung des Künstlers:

Damit diese mutige Architektur (das Camp) nicht den klimatischen und politischen Witterungsverhältnissen zum Opfer fällt, möchten wir in Form einer kulissenartigen Schutzarchitektur dazu beitragen, die Lage zu entspannen. Die diversen Architekturelemente sind ein Geschenk an die Camper und obliegen nach einem von uns angeleiteten Erstaufbau deren freier Verfügung. Die Elemente dieser Schutzarchitektur gehen zurück auf die Bauplanen, die während der Renovierung des Brandenburger Tores in Berlin vor dem Baugerüst hingen und auf denen dieses unschlagbare Symbol sowohl der deutschen Teilung wie auch der Wiedervereinigung in Originalgröße fotografisch abgebildet war. Einzelne Fragmente dieser nun rechteckig aufgespannten Planen fungieren seither als Versatzstücke von Interimsarchitekturen, die allesamt die Frage stellen: Was unterscheidet eine Scheinarchitektur von einer wirklichen Architektur? Die Stuttgarter Verhältnisse erlauben uns, diese Frage weiter zu präzisieren. Wir sprechen hier von einer Notbesiedlung, die sich auf einen wirklichen Fall von demokratischem Notstand berufen kann. Die Existenz dieses Camps beweist, dass irgendetwas anderes schief gelaufen ist. Dieses Andere kann nicht nur ein Kommunikationsproblem gewesen sein. Das Zeltlager bildet unserer Auffassung nach den städtebaulichen Gegenpol zu den offiziellen Planungen der Stadt. Gelingt es, diesen Ort genau so ernst zu nehmen wie das, was mit Stuttgart 21 gemeint ist, wäre gesellschaftlicher Fortschritt die natürliche Folge.

Info: www.ambweb.de, www.begleitbuero.de

Hansjörg Fröhlich