
Damien Hirst zieht den Kunstmarkt über den Tisch, Andreas Gursky verkauft seine Fotos für Millionen – da fragt sich der leidenschaftliche Kunstfreund schon, an welcher Stelle der Vermarktungskette die Liebe zur Kunst vergessen wurde. Die Poly Produzentengalerie Karlsruhe macht es sich seit 2006 zur Aufgabe, diese wieder in Erinnerung zu rufen: Bei der UND#5 wird unkonventionell und stolz präsentiert, getanzt, performt und natürlich auch gerne verkauft. Mehr…
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Feuilletonistin Adrienne Braun durfte zur Art Karlsruhe zeigen, welche Auswirkungen es hat, wenn Printmedien sich zusammenschließen und beginnen, Synergie-Effekte zu nutzen. Sie schrieb am Freitag in der Stuttgarter Zeitung einen dezent gelangweilten Artikel über den siebten Aufguss der Show und in der Süddeutschen vom Samstag in leicht abgewandelter Form noch einen. Tenor der Berichterstattung: Die Art Karlsruhe wächst, alle haben sich lieb und neben viel visuellem Bla Bla gibt es auch die eine oder andere Entdeckung zu machen. Aufgefallen sind ihr die Bilder von Franziska Maderthaner, Georg Küttinger und Martin Keim.
Das sonnendeck hält es mit den Erdmännchen, die für kleines Geld am Stand der Galerie ABTART erhältlich sind: Aufmerksam schauen, bei Gefahr bellen und schnell in den Bau flüchten. Außerdem möchten wir auf die Koje unseres verehrten Herausgebers Mario Strzelski in Halle 1 hinweisen, der in einer One Artist Show die Künstlerin Susa Templin vorstellt.
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Wir haben die Arbeiten von Aljoscha letzten März in der Natur-Ausgabe kurz vorgestellt, seitdem ist die Mailbox ständig voll mit aktuellen Infos des umtriebigen Düsseldorfer Künstlers. Letzte Aktion: Er platzierte eines seiner Werke bei ALDI und wartete, bis es (angeblich) verkauft wurde. So ganz mögen wir es nicht glauben, dass Aljoscha sein Werk für 99 Cents verschenkt und der Kerl an der Kasse sieht irgendwie nach einem aus, der Aljoscha heißen könnte, aber vielleicht tun wir ihm unrecht. Persönlich haben wir ihn noch nicht gesehen. Die irritierten Blicke der Aldi-Shopper sind aber trotzdem lustig.
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Kaum hat Aka-Gewächs Tim Plamper, wie immer mit modischer VoLaHiKu-Frisur, seinen Abschluss in der Tasche, darf er auch schon dem Berliner Kunstkontakter in einem ausführlichen Interview Rede und Antwort stehen. Noch bis zum 20. März sind seine aktuellen Arbeiten in der Galerie Egbert Baqué Contemporary Art Berlin zu bewundern.
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Viel Presse kriegt es nicht, das schöne, aber fast vergessene Museum Charlotte Zander im Schloss Bönnigheim. Das sonnendeck berichtete im November 2008 über den Dornröschenschlaf der Sammlung von Werken der Art Brut und der Naiven Kunst. Umso erfreulicher, dass Mitte Dezember der Film Séraphine in den deutschen Kinos anlief. Die 1864 geborene Séraphine de Senlis zählt zu den wichtigsten Vertretern naiver Kunst in Frankreich, verdiente ihre Brötchen aber als Putzfrau und wurde 1932 in eine Nervenheilanstalt eingewiesen, wo sie zehn Jahre später starb.
Das Museum besitzt zwölf Bilder der Malerin und bietet am 07. Februar einen Kino-Kunst-Sonntag an. Um 11 Uhr startet der Film im Luna Ludwigsburg, um 15 Uhr die Führung im Museum. Eine gute Gelegenheit, die Sammlung Zander zu entdecken.
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Aka-Professor Holger Bunk führt gemeinsam mit Kurator Daniel J. Schreiber durch die Mel Ramos-Ausstellung in Tübingen. Für alle, die nicht so recht wissen, ob Ramos nun Seniorenpornos oder ernsthafte Kunst produziert, ist Dienstag, der 2. Februar um 17 Uhr ein Pflichttermin.
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Geld kann schon schön sein, wenn es der Besitzer unter bedürftigen Künstlern verteilt. Die Alison und Peter Klein Stiftung, ausgestattet mit einem Grundstock von 5 Mios, vergibt heute erstmals einen mit 10.000 Euro dotierten Fotokunstpreis. Sechzehn Künstler waren zum Turnier geladen, gewonnen hat die in Berlin lebende Künstlerin Christine Fenzl. Das sonnendeck gratuliert und möchte auch endlich einen Preis ausschreiben. Ein neues Sparschwein steht bereit.
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Logisch: Mel Ramos feiert am 24. Juli seinen 75. Geburtstag und die Pop-Art-Bewegung, zu deren Vertretern er zählt, besteht seit mehr als 50 Jahren, aber wer braucht schon fadenscheinige Begründungen, um endlich mal wieder gereifte Ladies auf gereiften Käsestücken museal zu präsentieren. Schaun wir mal, ob der olle Ramos und seine Wonder Women es schaffen, die letztes Jahr ausgebliebenen Menschenmassen wieder in die Kunsthalle zu locken.
Vom 23. Januar bis 25. April 2010 in der Kunsthalle Tübingen
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Die Ausstellung Antikörper im Vitra Design Museum in Weil am Rhein zeigt Serienmöbel, Prototypen und Designexperimente der Brüder Fernando und Humberto Campana. Sie arbeiten seit 1989 als künstlerische Autodidakten zusammen und experimentieren nahe den Elendsquartieren der wuchernden Millonenstadt São Paulo in Brasilien sehr erfolgreich mit einer Art Recycling-Design. Ihre Stuhlikone Favela besteht nur aus Holzresten, die zu einem thronartigen Sessel verbunden sind. In Europa kostet das gute Stück über 2000 Euro und ist das einzige Serienmöbel der beiden Designer, das in Brasilien hergestellt wird. Mehr…
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An den Anfang hätten sie gehört, die beiden Werke von Philipp Haager, in denen Isabell Schenk-Weininger von der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen die kosmische Ursuppe schwappen sieht, die Gähnung grundlos und das archaische Nichts.
Aber auch der Beginn göttlichen Gestaltungswillens lässt sich in Haagers Tuschmalerei beobachten, denn nach einigem Hinsehen schälen sich rötliche Farbwolken aus dem schwärzlichen Wabern. Es ist, als ob sich die Schöpfung vollzieht, je länger man die Bilder betrachtet. Mehr…
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