
Es läuft gut für Mona Ardeleanu. Der Kunstverein Weil am Rhein zeigte über drei Etagen die Arbeiten der letzten Monate in einer Einzelausstellung, bei Rainer Wehrs Jubiläumsausstellung ist sie vertreten und Ende Mai stellt sie bei John Doe Projects in Karlsruhe aus. Dabei beendet die 26-jährige erst im Juli ihr Studium an der Kunstakademie Stuttgart. Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, denn als glückliche Gewinnerin des Stipendiums Junge Kunst zieht Ardeleanu bald für ein Jahr nach Lemgo in Ostwestfalen. Gegen hundert Wettbewerber hat sie sich mit ihren „altmeisterlich“ gemalten Bildern durchgesetzt.
Ein mehrmonatiger Aufenthalt in der Klasse Daniel Richter an der Kunstakademie Wien brachte die Wende im Werk der jungen Künstlerin. Wo vorher ein buntes Gewusel aus bühnenähnlichen Situationen mit Naturelementen, Menschen, Tieren, Tapetenstrukturen, Kissen und Decken ihre Gemälde beherrschte, zeigte sich nun eine radikale Neuinterpretation des Raums. Die anarchistische Grenzenlosigkeit verdichtete sich zu merkwürdigen Bündeln aus Stroh, Haarteilen und Textilien.
Wie eine Elster trägt Ardeleanu ihre Fundstücke zusammen: Hier ein besonders schöner Faltenwurf, dort eine Spitze aus feinster Seide, ein reizvolles Korbgeflecht, eine Perücke, teurer Schmuck oder einfaches Stroh – vor dunklem Hintergrund entstehen aus den einzelnen Elementen akribisch gemalte Nester und Stoffknäuel, in sich geschlossenen Räume aus scheinbar nicht zueinander passenden Materialien, die zu Sinnbildern für Geborgenheit werden.
Michael Reuter

Robert Matthes siedelt seine Arbeiten im Feld der figürlichen Malerei mit surrealistischem Einschlag an. Etliche Gemälde sind von Köpfen, Rümpfen und Maschinen bevölkert, die meist durch Seile, Transmissionsriemen oder Stäbe untereinander in Beziehung stehen. In diesen dynamischen, oft düsteren Welten, steht der Mensch inmitten der Projektion eines additiven, dichten Beziehungsgewebes, in dem rationale und irrationale Faktoren verschmelzen. Eine Atmosphäre von privater Mythologie entsteht. Diese wird gespeist von einem inneren Bildarchiv persönlicher Erinnerungen, Empfindungen und äußeren Prägungen, und ruft in ihrer unmittelbaren Zusammensetzung Authentizität hervor. Es entstehen künstlich inszenierte Orte oder Räume mit einer körperlichen Schichttiefe, also einer räumlichen Dimension, aber auch einer Tiefe von inneren Ansichten und Bedeutungsebenen. In diesen Räumen des Entwurfs wird der Übergang, die Passage selbst zum Thema. Das „inoffizielle Ich“ eines jeden Betrachters wird in eine Zeichenwelt eingewoben,
kann auf Entdeckungsreise gehen und dabei erfahren, dass Matthes‘ Arbeiten Kommentare zur Manipulation des Individuums sind. Robert Matthes ist 1982 in Rudolstadt geboren und
lebt in Stuttgart. Diplom Freie Kunst 2009 nach dem Studium der Malerei an der AKA Stuttgart bei Prof. Paul-Uwe Dreyer und Prof. Reto Boller.
Hansjörg Fröhlich

In der Ausstellung Übermorgenkünstler im Kunstverein Heidelberg ist zurzeit eine alte mechanische Schreibmaschine zu sehen, die von Micha Dengler so präpariert wurde, dass sie nur noch “Google” schreiben kann. Mehr…
Michael Reuter