Pro Minute kauft der Deutsche derzeit Gold im Wert von 13 000 Euro. Ärzte und Psychiater melden einen enormen Anstieg von Patienten mit Panikattacken, die auf Inflationsängste zurückgehen. Sind wir so reich? Was hat dieses Land nicht alles erlebt: Stand in den 80ern kurz vor dem Atomkrieg, hat den Klimakollaps permanent vor Augen, schickt seine Schüler auf Ritalin. Doch jetzt, wenn ein paar Großbanken, eine jederzeit austauschbare Währung und Frau Merkel auf dem Spiel stehen, zittern alle wie Espenlaub. Das ist lächerlich.
Lest mal wieder einen guten Roman und geht früh zu Bett:
Für die erste Ausstellung des WHITE SHARK CAFE hat sich die Initiative von Studenten der Stuttgarter Kunstakademie leerstehende Räume in Stuttgart-Freiberg zu Nutzen gemacht und ein Ausstellungsprojekt auf die Beine gestellt, das verschiedene Positionen von Malerinnen und Malern präsentiert. Dabei sein werden StudentInnen der Kunstakademie Stuttgart, sowie Janes Gärttner von der ABK Karlsruhe.
Eröffnung ist am Donnerstag, den 27. November 2011 um 19 Uhr in der Adalbert-Stifter-Straße 101 in Stuttgart-Freiberg.
Die Ausstellung läuft bis zum 14. November.
Einen kleinen Vorgeschmack und Infos zum Phänomen hinter dem Namen gibt es hier.
”Kunst trifft Brot” ist ein Dokumentarfilm, der die gegensätzlichen Lebensweisen von vier ehemaligen Kunststudenten einfängt. Sie alle studierten an der Staatlichen Akademie Der Bildenden Künste Stuttgart. Die Kunst scheint zunächst das einzig verbindende Element der Protagonisten zu sein. Es stellt sich die Frage, ob Kunst wirklich so brotlos ist? Auf humorvolle Art und Weise versucht der Film mit diesem weit verbreiteten Vorurteil aufzuräumen. Indem er das Augenmerk auf die eigentlich wichtigen Dinge im Leben lenkt.
Gezeigt wird der Film im Rahmen der Tage das Dokumentarfilms der Filmakademie Ludwigsburg am 24. und 25. Oktober 2011
KUNST und BROT läuft am Montag, den 24. Oktober 2011 um 21 Uhr im Caligari Ludwigsburg, der Eintritt ist frei.
Um 20 Uhr besteht die Möglichkeit, sich bei einem kleinen Empfang von bereits gesehenen Schmankerln zu erholen und sich auf KUNST und BROT einzustimmen.
Stellt euch vor, ihr checkt morgen früh online euer Konto und stellt fest, dass ihr grad mal noch 3 Drachmen Guthaben habt. Über Nacht wurde der Euro abgeschafft und in die hanebüchernste aller Währungen konvertiert. Es geht jetzt darum schnell zu sein. Einige Läden könnten die Umstellung noch nicht bemerkt haben und noch die paar letzten in euren Jeans schlummernden (jetzt wertlosen) Euros nehmen und gegen gute Euro-Ware eintauschen. Was werdet ihr tun?
Tipp der Redaktion: Legt zusammen und kauft euch beim Wein-Kreis einen Armagnac von Francis Darroze. Besser kann man die Krise nicht polieren.
Aber sagt selbst, was werdet ihr tun?
Die ersten 10 Einsender brauchbarer Vorschläge erhalten ein Trümmerfrauenhemd von Joop, die nächsten 10 eine Thermoskanne vom Outdoor-Hersteller Esbit und die letzten 10 eine Dynamo-Taschenlampe.
Der britische Künstler und Grafiker Richard Hamilton ist tot. Er galt als einer der Väter der Pop-Art. Von 1948 bis 1951 studierte er Malerei an der Slade School of Fine Arts und begann seine Karriere mit Zeichnungen, die er angeregt durch den Roman Ulysses von James Joyce fertigte. Im Jahr 1956 präsentierte Hamilton in der Whitechapell Art Gallery die zukunftsweisende Ausstellung „This is Tomorrow“. Mit der kleinen Collage „Just what is it that makes today’s homes so different, so appealing?(1956)“ kreierte er eine Ikone der Pop Art – also lange vor Andy Warhol und Rauschenberg. Fotografien, Plakate, Fernsehspots und Kitsch-Gegenstände schlachtete er als Rohstoff aus und folgte damit seinem großen Vorbild Marcel Duchamp mit dem er 1967 für Sieves zusammenarbeitete und dessen Retrospektive er 1966 für die Tate Galley organisierte. Der 1922 in London geborene Schildkappenträger schuf aber auch Gemälde und Skulpturen, gestaltete zudem das Cover für das 1968 erschienene White Album der Beatles. Eine Kontroverse löste Hamilton vor wenigen Jahren aus, als er den damaligen britischen Premierminister Tony Blair in seinem Bild Shock and Awe (2007) mit Cowboy-Shirt und Waffengürtel auf dem Weg in den Irak-Krieg zeigte. Der Turner-Preisträger und zweimalige documenta-Teilnehmer galt als Künstler-Künstler: Andere nahmen seine Ideen auf, entwickelten sie weiter, bezogen sich auf ihn. Richard Hamilton wurde von vielen Kollegen, darunter auch Andy Warhol, Dieter Roth (mit dem er 1978 zusammenarbeitete) oder Joseph Beuys, hochgeschätzt. Sein Credo war: “Ich lehne die Vorstellung ab, dass es in der Kunst darum geht, einen Stil zu haben. Stil interessiert mich nicht. Der Stil sollte sich eher an das Subjekt anpassen, als andersherum.” Stillos war nun auch sein Tod. Mitten in den Vorbereitungen zu einer großen Retrospektive seines Lebenswerks, starb Hamilton am Dienstag dieser Woche nach kurzer Krankheit. R.I.P.
Dem Programm des zweifellos ambitionierten ostösterreichischen Fernsehsenders bkf zufolge, hat sich im ebenfalls österreichischen Oberwart (PLZ 7400) ein Kunstmessias eingerichtet, der “absolut konsequent seinen Weg geht” und der nicht “um jeden Preis gefallen möchte”. Nun ist ein Messias, der nicht gefallen möchte an sich schon eine Seltenheit, zumal in Österreich, doch Christian Kammerhofer, so der Klarname des Weltenretters, geht noch weiter, er zeigt “Ecken und Kanten” und will mit seiner Kunst “akzeptiert werden”. Seine in der Reportage gezeigten Werke sind durchweg indiskutabel, einfallslos und entbehren jeglicher Handschrift. Der Messias Kammerhofer selbst lugt unter einem grauen Fischerhütchen hervor, wie ein Lurch, der gerade erfahren hat, dass er auf die Liste der bedrohten Tierarten aufgenommen wurde. Mit der Ambivalenz dieser prekären Situation – einerseits wurde er aus der Masse von Kunstlurchen vom “Burgenland Fernsehen” ausgewählt und somit einer gewissen Prominenz zugeführt, andererseits besteht der Grund für diese Erwählung in der Tatsache, dass seine Art der Existenz offensichtlich einer Bedrohung unterliegt – kommt Kammerhofer in dem zweiminütigen Einspieler nicht zurecht und versucht sich mit belanglosem Lurchsprech aus der Affäre zu ziehen.
Wieder erweist sich die Entscheidung, auch als vollkommen ahnungs- und planloser TV-Sender, alle klassischen Ressorts abzudecken als Ärgernis. Könnte bkf statt ihrer Kulturreportage nicht einfach zwei Minuten früher Schluss machen?
Aus Dokumentationszwecken hier der Orginalbeitrag:
Schön auch die Abmoderation von Harald Kuchwalek: “Das wars vom Aktuell-Block!”
Der Vollständigheit halber hier noch Kammerhofers Website:
Innerhalb von 48 Stunden wurden in Nord-Londoner Wohnungen zwei reglose Körper gefunden. Der eine war ausgezehrt, alt und berühmt und gehörte Lucien Freud, der andere war ausgemergelt, jung und berühmt und hörte auf den Namen Amy Winehouse. Kann dies Zufall sein?
Wer binnen 48 Stunden die beste Verschwörungstheorie als Kommentar postet, bekommt den sonnendeck-Preisfür Rituelle Realität.
1. Preis: Der Preisträger erhält ein Gratis-Portrait – ausgeführt als liegender Akt – das ihn 35 kg schwerer erscheinen lässt, als er tatsächlich ist. Gemalt von einem Künstler, der das Vertrauen der sonnendeck-Redaktion genießt.
2. Preis: Der Preisträger erhält einen Gratis-Skandalauftritt auf der Bühne eines Belgrader Konzerthaus’, den er nach dem Konsum von gravierenden Mengen hochwirksamer Narkotika, nebst 2 Liter Vodka (Kosten trägt die sonnendeck-Redaktion) vor einen gröhlenden Menge nationalistisch aufgeputschter Serben absolvieren darf.
3. Preis: Der Preisträger erhält einen Porsche Cayenne.
Einsendungen bitte in den nächsten 48 Stunden.
Ein Doppelnachruf folgt nach Bekanntgabe der Gewinner.